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100 Jahre
Turn- und Fußballverein
ESV Frillendorf 08/85
(ehemals TBV Frillendorf 08/13)

Gründung Turnverein:

Am 10. Mai 1908 (vormittags um 11:00 Uhr) trafen sich im damaligen Vereinslokal "Frillendorfer Höhe" Besitzer Johann Bein sowie 15 turnfreudige Bürger, der damals kleinsten Gemeinde des Bürgermeisteramtes Stoppenberg, mit dem Vorsatz einen Turnverein ins Leben zu rufen. Da sämtliche Voraussetzungen zur Gründung eines Vereins gegeben waren, wurde der Turnverein Frillendorf 08 gegründet. Zur damaligen Zeit waren die Vereine meistens keinem Verband angeschlossen und galten als so genannte "Wilde Vereine". Zuerst einmal wollte man Fuß fassen und ein regelgerechtes Vereinsleben aufbauen. Das erforderte tatkräftiges Zupacken und Handeln sämtlicher Mitglieder. Nicht geringe Opfer mussten erbracht werden, um alle Anschaffungen die ein Turnbetrieb mit sich bringt, zu tätigen.
Von Anfang an wurde dem Nachwuchs besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Anfang 1909 wurde unter großer Begeisterung der Frillendorfer Jugend eine Schülerriege gegründet, die der Vorsitzende Gustav Pokall persönlich in seine Obhut nahm. Bald stellten sich die ersten Erfolge bei Wettkämpfen ein.

Vereinsfahne:

Der Aufbau wurde trotz des schon guten Vereinsgeschehens weiter vorangetrieben. Galt es doch dem Verein das zu geben, was jeder Verein damals besaß: eine Vereinsfahne. Im Juni 1910 fand unter großer Anteilnahme der Frillendorfer Bevölkerung und der Nachbarvereine die Fahnenweihe statt. Damit besaß der Verein alles, was ihn nach innen und außen präsentierte. Die nachfolgenden Jahre standen ganz im Zeichen sportlicher Kameradschaft, Pflege der Geselligkeit und der Heranbildung einer gesunden Jugend.

Gründung Fußballverein:

In dieser Zeit erfreute sich auch der Sport auf dem "grünen Rasen" immer mehr Beliebtheit. Viele Fußballvereine in und um Essen herum wurden gegründet. Am 10.August 1913 war es wieder einmal das Lokal "Frillendorfer Höhe", in welchem von den Fußballfreunden der Ballspielverein Frillendorf 1913 gegründet wurde. Der Bauer und Ziegeleibetreiber Otto Brand stellte ein Stück seiner Kuhwiese für den Sportbetrieb zur Verfügung. An der Stelle wo heute das Ehrendenkmal steht (vor der katholischen Kirche Hl. Schutzengel), befand sich 1913 der erste Frillendorfer Fußballplatz. Jetzt konnte ein Spielbetrieb aufgezogen werden, der für die Zukunft alles Gute und Beste hoffen lies. Die Freude war nicht von langer Dauer - kaum ein Jahr nach der Gründung brach der 1. Weltkrieg aus und der Spielbetrieb musste für die Dauer des Krieges eingestellt werden. Fast alle Aktiven wurden nun Soldaten. Nach Beendigung des Krieges lebte der Sportgeist wieder auf, doch so mancher Sportler sah seine Heimat, seinen Verein und seine Kameraden nicht mehr wieder. Anfang 1919 war wieder eine rege Sporttätigkeit in unseren beiden Vereinen zu verzeichnen. Der 1. Vorsitzende des Turnvereins, Gustav Pokall, versuchte den Verein wieder dahin zu bringen wo er vor dem Krieg gewesen war. Durch die Umwandlung des Bein'schen Saales in eine katholische Notkirche wurde dem Verein seine Übungsstätte genommen. Man sah sich gezwungen eine andere Sportstätte zu finden, in Frillendorf war kein Saal für solche Zwecke mehr vorhanden. Der Verein versuchte sein Glück in Stoppenberg und fand beim Wirt Klostermann freundliche Aufnahme. Doch schnell war klar, dass ein örtlich so weit auseinander gezogenes Vereinsleben auf lange Sicht keine Zukunft hatte. Hinzu kam, dass das Vereinslokal öfter wechselte und somit wurde das Vereinsleben immer schlechter.

Gründung Handballabteilung:

Es fanden sich dann doch Kräfte, die dem Verein neuen Aufschwung gaben. Durch die Aufnahme in die Turnerschaft 1925 und die Gründung einer Handballabteilung 1926 hatte der Verein wieder einen gewaltigen Aufschwung. Die Handballabteilung spielte damals im Gelsenkirchener Bezirk eine beachtliche Rolle und erkämpfte sich in der Saison 1929/30 den Aufstieg zur obersten Handball-klasse. Durch die Errichtung einer Anlernwerkstatt auf der Schachtanlage Hubert - der Zeche Königin Elisabeth - wurde das Jahr 1930 für den Verein von großer Bedeutung. Werksleitung und Verein vereinbarten sämtliche Kräfte des Betriebes dem Turnverein zuzuführen. Sportgeräte wurden zur Anlernwerkstatt gebracht und der Verein hatte hierdurch nicht geringen sportlichen und finanziellen Erfolg. Der Ausbildungsleiter Gustav Thissen und der Turner Ernst Bolte leiteten den Verein klug und geschickt, was man nicht zuletzt 1933 zum 25. Jubiläum sehen konnte. Nach einem großartigen Festzug durch Frillendorf bevölkerten über 1000 Menschen das "Frillendorfer Wäldchen" und bekundeten damit das Interesse am Turnverein. 1933 erlebte der Sport eine Umwandlung des 3. Reiches. Arbeitersport- und DJK-Vereine wurden aufgelöst. Ein großer Teil dieser Sportler schloss sich den Frillendorfer Turn- und Ballspielvereinen an. 1934 wurde auch im Turnverein eine eigene Fußballabteilung gegründet, die nach schlechtem Start 1938 die Meisterschaft errang. Der Ballspielverein hatte nach dem Krieg einen schwereren Start, zumal kein Fußballplatz zur Verfügung stand. Dem Vereinswirt Bernhard Brecklinghaus war es zu verdanken, dass aufgrund seiner guten Beziehungen zu den Steinkohlenbergwerken, ein Sportplatz auf dem Gelände der Zeche Katharina an der Schönscheidtstraße errichtet wurde. Jetzt erst konnte auch der Verein spielerisch in Erscheinung treten und neue Mitglieder gewinnen. Die Sportplatzfrage blieb aber immer das Sorgenkind. Nach einem Grundstückstausch zwischen der Gemeinde und der Zeche konnte 1923 der kleine Sportplatz an der Ecke Hubert-/Ernestinenstraße genutzt werden. Für beide Vereine war der Platz bald zu klein. Von der Zeche Königin Elisabeth wurde das Gelände an der Langemarkstraße gepachtet, wo 1928 ein Stadion errichtet wurde. Damit hatte man der Sport treibenden Bevölkerung und vor allem der Jugend eine Platzanlage geschaffen, die den Ansprüchen genügte. Der Verein erlebte nun einen weiteren Aufschwung.

Fusion:

Im August 1940 schlossen sich beide Vereine zum Turn- und Ballspielverein 08/13 Frillendorf zusammen. Die neu zusammengestellte 1. Mannschaft konnte schon in der Saison 1940/41 die Meisterschaft gewinnen. Immer mehr Spieler mussten zum Militär und 1943 kam der Spielbetrieb ganz zum Erliegen. Nach 1945 konnte die Turn-, die Handball- und auch die Fußballabteilung ihre Tätigkeiten wieder aufnehmen. In den nächsten Jahren spielte die 1. Mannschaft in der Bezirksliga. Das Hauptinteresse der Jungen lag beim Fußball, die Mädchen gingen lieber zum Turnen. Für Handball interessierten sich nicht mehr all zu viele, sodass der Handballsport eingestellt werden musste. 1951 wurde unsere Fußballmannschaft Ruhrbezirksmeister und schaffte damit den Aufstieg in die Landesliga. Nicht nur im Verein, auch in ganz Frillendorf wurde dieser Erfolg mit großer Begeisterung gefeiert. 1954 stieg man bis in die 1. Kreisklasse ab. Im Jubiläumsjahr 1958 schafften die Frillendorfer wieder den Aufstieg in die Bezirksliga, wo sie bis 1966 spielten. 1959 wurde die neu erbaute Turnhalle an der Hubertstraße bezogen. Neben der Nutzung als Schulsporthalle konnte die Turnabteilung sich hier verwirklichen. Das Jahr 1966 brachte der Turnabteilung eine Veränderung. Aus Altersgründen übergab Ernst Polte die Turnabteilung an Christel Jobelius, die seit ihrem 10. Lebensjahr dem Turnverein angehörte und man möchte es kaum glauben, bis heute mehrmals in der Woche den "Jungen und Alten" vorturnt. 1967 musste unsere 1. Mannschaft wieder aus der Bezirksliga absteigen. Im darauf folgenden Jahr stieg man sogar in die 2. Kreisklasse ab. Das war ein absoluter Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte. Hinzu kam, dass ein paar Vereinsmitglieder fast die gesamte Jugendabteilung zu einem anderen Verein abgeworben hatten. Von 1970 bis 1983 spielten die Fußballer auf der Sportanlage Kumpelweg (Gleis 13). 1972 stieg Frillendorf wieder in die 1. Kreisklasse auf. In der Saison 1979/80 stiegen sie wieder ab und nach 2 zweiten Plätzen in der B-Klasse in der Saison 1982/83 Wieder auf. Auch die 2. Mannschaft hatte in diesem Jahr Grund zur Freude. Sie konnten am Ende der Saison ebenfalls den Aufstieg feiern. Seitdem wird auf der Sportanlage an der Hubertstraße gespielt. Schon zwei Jahre später ging der Fahrstuhl für die 1. Mannschaft und noch ein Jahr später auch für die 2. Mannschaft nach unten. So ging es in den nächsten Jahren immer wieder bergauf und nach ein paar Spielzeiten wieder bergab.

Gründung und weitere Fusion:

1985 gründete die Belegschaft der Städtischen Müllabfuhr der Stadt Essen (heute E B E) den Fußballclub FC Essen 85 e.V., der dann ebenfalls auf der Sportanlage an der Hubertstraße spielte und es zeitweise bis in die Landesliga schaffte. 1990, eines der schwärzesten Jahre. Nach dem Mauerfall stellte die Stadt Essen auf das Sportgelände, ca. 5 m von der Außenlinie entfernt, mit der Bemerkung für "höchstens 5 Jahre", einen eingeschossigen Wohn-Container für über 100 Asylbewerber hin. Der Verein hatte mit einem Schlag von morgens bis abends über 100 Leute verschiedenster Nationalitäten auf dem Gelände, dessen Spuren immer noch nicht beseitigt sind. Das Vereinsleben hat darunter bitter gelitten, denn auf Veranlassung vieler Eltern musste die Jugendabteilung geschlossen werden. Die Anlage wurde im Jahr 2001 für zwei selbständige Vereine zu klein. Beide Vereine hatten zusätzlich das Problem einen handlungsfähigen Vorstand zu stellen und genügend Spieler für alle Mannschaften zu bekommen. Trotz dieser Schwierigkeiten schaffte der TBV in der Saison 1999/2000 noch einmal den Aufstieg in die Kreisliga A und blieb dort bis zum Abstieg in der Saison 2004/2005. Am 5.5.2003 erfolgte der Zusammenschluss der Vereine TBV-Frillendorf 08/13 und des FC Essen 85 e.V. Der neue Vereinsname lautete nun:
ESV Frillendorf 08/85 e.V.

Der Verein zählt heute gut 200 Mitglieder, verteilt auf die Abteilungen Turnen und Fußball. Neben der Platzanlage wurde durch den ehrenamtlichen Einsatz von Vereinsfreunden ein kleines aber dennoch sehr gemütliches und funktionelles Vereinsheim erbaut. Abschließend bleibt zu sagen, dass der ESV-Frillendorf 08/85 e.V. lebt und die nächsten Jahre hoffentlich den gewünschten Aufschwung bringen.